Heutzutage kommt Pinen natürlich vor, kann aber auch synthetisch hergestellt werden.
Geruch und Geschmack
Pinen bietet forstliche, holzige oder rustikale Aromen. Im Detail wird Alpha-Pinen mit Kiefern oder Rosmarin in Verbindung gebracht, während Beta-Pinen eher an Dill, Petersilie oder Basilikum erinnert.
Besonders viele Pinen-Terpene finden sich in Orangen- und Zitronenschalen sowie im Pinienöl.
Medizinische Wirkung
Bereits in der Antike wurde Pinen gegen diverse Beschwerden eingesetzt, und zwar als Terpentin, also destilliertes Kiefernharz. In verschiedenen Studien konnten mittlerweile wirksame Vorteile von Pinen bewiesen werden. Das betrifft unter anderem folgende Aspekte:
- Entzündungs- und Schmerzlinderung: Durch stimmungsstabilisierende und antimikrobielle Eigenschaften hat sich Pinen vor allem bei einigen Krebsarten, aber auch bei Multipler Sklerose und Arthritis schmerzlindernd gezeigt.
- Anti-Krebsmittel: Gleich mehrere Studien haben festgestellt, dass Alpha- und Beta-Pinen kombiniert antitumorös wirken, indem sie sich gegenseitig ergänzen.
- Antimikrobielle Wirkung: 2007 wurde in einer Studie festgestellt, dass Pinen bestimmte Bakterienarten zerstört.
- Antimykotische Wirkung: Eine Studie hat Pinen bei verschiedenen Mikrobenfamilien untersucht und festgestellt, dass es hochgiftig für den Pilz Candida albicans ist. Dieser Pilz verursacht Hefepilzinfektionen. Durch den Verzehr von Pinen kann man darüber hinaus MRSA (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus) bekämpfen. Diese Bakteriengruppe ist gegen die meisten Antibiotika immun. Kombiniert man Pinen und das Antibiotikum Ciprofloxacin, verstärkt Pinen den Antibiotika-Aktivisten und unterstützt dadurch dabei, MRSA-Bakterien abzutöten.
- Bronchodilatator und Lungenschutz: Cannabis mit hohem Pinengehalt bzw. vor allem Beta-Pinen-Gehalt können Atemwege öffnen und Lungen vor Vireninfekten schützen. Pinen unterstützt also Asthmapatienten und beugt Bronchitis vor.
- Antioxidative Wirkung: Das Cannabis-Terpen Pinen hat eine zweifache antioxidative Wirkung. Einmal entschleunigt es die Alterung, indem es die Produktion schädlicher ROS-Moleküle verlangsamt. Zusätzlich kann Pinen die Entwicklung neurologischer Erkrankungen verhindern oder wenigstens verlangsamen. Dies geschieht, indem es für ein Gleichgewicht im Oxidationsmittel bzw. Antioxidantien-Gleichgewicht des Nervensystems sorgt. Daher könnte Pinen zur Unterstützung bei Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer beitragen.
- Antidepressivum: 2015 wurde erfolgreich erforscht, dass Beta-Pinen in Kombination mit dem Terpen Linalool ähnlich wirkt wie eine Antidepressiva-Behandlung.
Außerdem wirkt Pinen Hautentzündungen durch UV-Licht entgegen. Gleiches gilt für Lücken im Kurzzeitgedächtnis, die durch THC verursacht werden können.
Cannabis-Sorten
Ein hoher Pinen-Anteil führt meist zu einem charakteristischen Duft nach Kiefern, den die entsprechenden Cannabis-Sorten verströmen. Besonders viel Pinen steckt in Fast Bud Strains Pineapple Express, Critical Jack und Big Kush. Der Siedepunkt von Beta-Pinen liegt bei 165–167 °C.